Post von Kalle!
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"Moin, Kalle hier, der Hase vom Campingplatz am Meer.
Ich sag mal so: Eigentlich mag ich es ja ordentlich und übersichtlich auf meinem Platz. Aber was da drüben auf dem alten Campingplatzgelände in Richtung Strand los ist... na ja, meine Löffel haben gerade richtig gut zu tun.
Hier hat sich nämlich diese Friesenkommune vom letzten Sommer breitgemacht. Kennt ihr die überhaupt noch? Das sind diese 12 Dauercamper. Die Bande war vor einer Weile schon mal hier, hatte damals überall rumerzählt, sie wären Sternzeichen-Tiere – Stier, Skorpion, Waage und so was. Hatten vielleicht zu viel in meine Kaffeebecher geschaut. Wie schräg wäre das denn bitte!? Plötzlich waren sie eines Morgens dann verschwunden. Haben früh beim Brötchenholen noch so was gesagt wie, sie wollen die große Welt sehen und für immer umherziehen, so fahrendes Volk werden. Und weg waren sie mit einer Foodtruck-Karawane, die anbot, sie mitzunehmen. Hatte viele Monate nichts von denen gehört.
Und was soll ich sagen: Gestern standen sie vor der Tür! Das Heimweh nach den Wellen und... tja, vermutlich auch nach meinem Kiosk, war dann wohl doch zu groß. Plötzlich standen sie wieder vor der Schranke mit Zelten und Decken, fragten nach einem Platz zum Bleiben. Und als wäre das nicht genug Trubel, haben sie gleich die ganze Foodtruck-Karawane im Schlepptau mitgebracht. Die parken jetzt überall ihre bunten Wagen und klappen die Tresen auf. Nun hängen sie auf dem alten Campingplatzbereich, der brachliegt. Hier ist was los! Und sag ja nicht, ich habe es nicht im Griff.
Ja, ich weiß, normalerweise gibt es hier strengere Regeln. Man besetzt nicht einfach das alte Gelände am Strand, stellt Zelte auf und macht ein Lagerfeuer an. Da müsste ich als Platzwart eigentlich durchgreifen. Aber... ach, die Zwölf hatten eben einfach Glück, dass wir uns so gut verstanden haben bei ihrem ersten Besuch. Man hat ja auch ein Herz im Leib. Also drücke ich mal ein Auge zu – oder auch beide – und lasse sie da hinten gewähren. Wie lange? Weiß ich noch nicht. Abwarten. Solange sie abends ein bisschen auf den Platz aufpassen, ruhig dabei sind, sich immer brav an den lieben Kalle halten und wir alle gut miteinander auskommen, stört es wohl keinen.
Worüber ich mir allerdings noch etwas Sorgen mache, sind diese neuen Glamping-Camper. Die Geschäftsführer haben ja den ganz alten Campingplatz ausgebaut mit so Wellnesskram und extragroßen Stellplätzen für Luxus-Wohnheime in XL. Die stehen mit ihren schicken Wohnwagen aber direkt neben der alternativen Friesenkommune. Das kann jedenfalls heiter werden, wenn die Schickeria mit ihren weißen Designer-Sneakern und goldigem Vorzelt auf unsere barfüßige Strandbande trifft. Aber ganz unter uns: Am Ende wird das schon. Sie kaufen eh alle die gleichen Brötchen bei mir, ich mach da keinen Unterschied, braucht keiner denken.
Ach übrigens: Du musst unbedingt wieder vorbeikommen. Bald ist Sommersonnenwende, der längste Tag des Jahres. Wenn die Sonne erst ganz spät im Meer versinkt, machen wir das große Sonnwendfeuer an. Die Karawane bleibt so lange hier, baut dann ein kleines Foodtruck-Festival direkt bei mir auf dem Platz auf und wir feiern alle zusammen die kürzeste Nacht des Jahres. Die von der Friesenkommune wollen sogar über das Feuer springen und böse Geister vertreiben, das haben sie irgendwo unterwegs gesehen. Hoffentlich machen die nicht so laut, dass ich Beschwerden kriege. Sonst rappelt es hier!
Ihr solltet wirklich herkommen. Einladung füge ich bei. Das wird bestimmt... na ja, wahrscheinlich ganz ok. Da können wir alle mal fünf gerade sein lassen. Aber wehe, einer vergisst am nächsten Morgen das Aufräumen, das sag ich euch!
Man sieht sich hoffentlich bald am Kiosk,
Euer Kalle 🐰🌾"
P.S.: Die Friesenband sagt, so grummelig wie ich manchmal schaue, ist das Leben nicht. Ich soll doch mehr lächeln. Soll ich?

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