Snailmail statt Herbst-Blues: Warum echte Briefe einfach guttun
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Ein herbstliches Hallo aus dem Atelier!
Der Herbst ist bisher erstaunlich warm bei uns angekommen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, an meinem Geburtstag schon einmal draußen gesessen und gegrillt zu haben. Irgendwie fühlt sich dieser Oktober deshalb noch ein bisschen anders an als sonst.
Trotzdem merkt man langsam, dass der Herbst Einzug hält. Die ersten Blätter färben sich und immer mehr Gelb- und Rottöne mischen sich in das Grün der Natur. Immer mehr Kürbisse halten Einzug. Ich liebe diese Zeit! Und auch wenn die Tage nun wieder merklich kürzer werden und es abends früher dämmert, hat doch jede Jahreszeit ihre ganz eigene Schönheit.
Vielleicht ist gerade diese frühere Dämmerung auch ein guter Anlass, es sich wieder ein bisschen gemütlicher zu machen. Eine Tasse Tee, ein schönes Briefpapier, einen Stift – und ein paar liebe Worte für einen Menschen, an den man gerade denkt.
Denn genau darum soll es heute gehen: um echte Post, um Briefe und um die kleine Freude, die ein Umschlag im Briefkasten auslösen kann.
Schreibst Du noch Briefe?
Gehörst Du zu den Menschen, die noch gerne echte Post versenden und anderen damit eine Freude machen, egal ob handgeschriebene Briefe oder Postkarten? Oder bekommst du lieber selber Briefe? Bist Du vielleicht sogar in einem Mailclub und bekommst regelmäßig Post in deinen Briefkasten?
Gehen wir in der Zeit ein bisschen zurück, wie war das noch "damals"? Je nach dem wie jung ihr heute seid, hattet ihr bestimmt auch die ein oder andere Brieffreundschaft? Ich kann da so einiges berichten:
Warten auf den Briefzusteller
Es gab immer wieder Tage, da habe ich auf den Briefträger gewartet, sehr lange sogar. Wenn er in der Ferne zu sehen war, lief ich los und hoffte, er hat heute Post für mich dabei. Die Enttäuschung war groß, wenn ich leer ausgegangen bin und nur meine Eltern irgendwelche Rechnungen oder Werbepost erhalten hatten. Um so größer war die Freude, immer wenn er mir den Brief hinhielt: "Da, wieder für dich von deinen Brieffreunden!" - Ich habe mich immer auch auf die Briefmarken gefreut. Und ja, ich habe tatsächlich die Briefmarken gesammelt.😅

Brieffreundschaften über Zeitungen, Pen-Pals und Swap-Pals
Besonders gefreut habe ich mich über Post von der Insel Fehmarn... Eine der damaligen Brieffreundinnen wohnte dort und hatte immer tolle Diddl-Maus Sticker und duftendes Briefpapier. Der Gang zum Briefkasten war daher immer pure Aufregung und irgendwie das Tor zur weiten Welt. Nach neuen Pen-Pals (Brieffreunden) wurde in verschiedenen Zeitschriften gesucht oder man hatte Glück und bekam in einem der Briefe ein Pen-Pal Heftchen. Das waren selbstgebastelte Mini-Blöckchen, in die man sich eintragen konnte. Man schrieb nur kurz einen kleinen Steckbrief oder welche Brieffreundschaften man sucht und dann schickte man es an den nächsten. Natürlich konnte man dann wiederum die anschreiben, die sich vor einem bereits in das Heftchen eingetragen hatten.
Noch besser war es, wenn man Leuten geschrieben hat, die Fotos oder Poster von der Lieblingsband getauscht haben. Die hießen dann Swap-Pals (vom englischen "to swap" für tauschen). Hier wurde allerdings das Porto dann schon teurer, manchmal auch kleine Päckchen, wenn es sehr viele Fotos waren.
20 verschiedene Brieffreundschaften (oder mehr) aus aller Welt waren keine Seltenheit.

Brieffreundschaften geraten immer mehr in Vergessenheit
Eine Brieffreundschaft? Heute für die meisten kaum noch vorstellbar. Tagelang auf eine Antwort zu warten. Auch die Wichtigkeit Neuigkeiten per Brief zu erfahren, spielt kaum noch eine Rolle. Das Internet berichtet sekündlich von den neusten Ereignissen, alle Informationen sind sofort verfügbar. Da braucht man dieses analoge Tor in die Welt nicht mehr. Zumindest nicht hier in Deutschland.
Der Nachteil: Wir öffnen den Briefkasten und man weiß eigentlich, heute ziehe ich doch eh nur wieder Rechnungen, Werbung oder Amtspost heraus. Und der Rest? Läuft digital. Was auch seine Vorteile hat, keine Frage. Aber ein bisschen frustrierend kann es das schon sein.
Es ist doch irgendwie seltsam, dass aus so einer Sache wie Snailmail, die vor ein paar Jahren noch so normal und selbstverständlich erschien, etwas so ganz Ungewöhnliches und seltenes geworden ist?
Warum heißt es Snailmail?
Snailmail, also Schneckenpost, heißt es deshalb, weil es ein eher langsamer Weg ist zu kommunizieren. Der Brief ist meist einige Tage unterwegs, ehe er seinen Empfänger erreicht.
5 Gründe, warum echte Briefe einfach guttun
Vielleicht fragst Du Dich jetzt: Warum sollte ich heutzutage überhaupt noch langsame Post versenden? Wir können doch viel schneller eine digitale Nachricht per Handy schicken. Ein paar Sekunden – und schon ist sie beim anderen angekommen.
Aber muss es denn immer schnell sein? Deshalb finde ich echte Post so schön. Sie ist langsam. Und genau das macht sie in der heutigen Zeit so besonders.
1. Ein Brief zeigt: Ich habe an Dich gedacht.
Eine Nachricht ist schnell geschrieben. Ein Brief braucht ein bisschen mehr Zeit. Man braucht Papier, einen Umschlag, einen Stift und natürlich ein paar Gedanken, die man zu Papier bringen möchte. Und genau das merkt man. Wenn jemand einen Brief im Briefkasten findet, weiß er: Da hat sich jemand hingesetzt und sich bewusst Zeit für mich genommen.
2. Ein Brief kann bleiben.
Eine Nachricht verschwindet irgendwann zwischen anderen Chats. Ein Brief kann dagegen in einer Schublade liegen, in einer Erinnerungskiste gesammelt oder Jahre später noch einmal gelesen werden. Vielleicht findet man ihn irgendwann wieder und erinnert sich sofort daran, wie man sich damals gefühlt hat. Ich finde, das ist etwas ganz Besonderes.
3. Ein Brief macht den Briefkasten wieder spannend.
Mal ehrlich: Wer freut sich heute noch richtig auf den Briefträger? Meistens wissen wir ziemlich genau, was uns erwartet: Rechnung, Werbung oder vielleicht ein Paket, auf das wir sowieso schon warten. Wie schön wäre es dagegen, wenn man den Briefkasten öffnet und plötzlich einen Umschlag mit handgeschriebener Adresse darin findet. Und man weiß noch nicht, was drinsteht.
4. Man kann jemandem eine Freude machen – einfach so.
Für einen Brief braucht es keinen Geburtstag und keinen besonderen Anlass.
Du kannst Deiner besten Freundin schreiben, einem alten Brieffreund, jemandem, den Du lange nicht gesehen hast oder einfach einem Menschen, bei dem Du gerade an ihn denken musstest. Ein kleines „Ich wollte Dir einfach mal wieder schreiben“ kann schon völlig ausreichen.
5. Schreiben tut auch selbst gut.
Nicht nur der Empfänger hat etwas davon. Sich hinzusetzen, Gedanken zu sortieren und sie mit der Hand auf Papier zu bringen, kann wunderbar entschleunigen. Kein Tippen, kein nächster Chat, keine Benachrichtigung. Nur Du, ein Blatt Papier und ein paar Worte. Und vielleicht merkst Du dabei sogar, dass Du viel mehr zu erzählen hast, als Du zunächst dachtest.
Braucht es eigentlich immer einen Grund für einen Brief?
Nein, natürlich nicht. Jeder Tag ist ein guter Tag, um Post zu versenden. Ein „Einfach nur mal so“ ist der beste Grund, den es geben kann. Aber natürlich könnt ihr auch Anlässe wie Geburtstage, Erntedank oder Halloween nutzen, um einen Brief oder eine Karte auf den Weg zu bringen...
Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, wieder mehr Briefe zu versenden, und genau dafür habe ich den MILLICAT Mailclub ins Leben gerufen. Jeden Monat erstelle ich für alle Teilnehmer des Mailclubs einen lieben Snailmail-Brief und lege jeweils noch kleine Überraschungen aus dem Atelier dazu. Der Inhalt variiert je nach Monat und Saison: mal ein Kunstdruck, mal ein Lesezeichen, Sticker, usw.. Mehr Infos zu Preisen und Versandterminen findest Du auf der Anmeldeseite:
>> Zur Anmeldung für den MILLICAT Mailclub
Die Anmeldung für den November-Brief ist geöffnet!
Bald geht es an das Verpacken und Versenden des MILLICAT Mailclubs. ✨Die Umschläge liegen bereits fertig zum Befüllen hier und der Inhalt ist frisch ausgedruckt bzw. ist das Lesezeichen aus der Druckerei gekommen. Eure Snailmail geht dann wie angekündigt am 15. Oktober auf den Weg. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle, die den allerersten Brief abonniert haben!
Ab sofort ist die Anmeldung für Brief Nummer 2 geöffnet. Bis Ende Oktober läuft wieder die Anmeldung und der November-Brief verlässt dann am 15. November das Atelier. 💌 Demnächst kann ich ein paar Hinweise auf das neue Motiv geben.
Ich freue mich auf jeden Fall schon, wenn euch mein Oktoberbrief erreicht. Er ist übrigens so richtig schön herbstlich bunt, mit drei kleinen Gartenbewohnern als Motiv. Lasst euch überraschen - es wird richtig niedlich!
Versende doch heute einen Brief an einen Lieblingsmenschen
Vielleicht probierst du es einfach aus und überrascht jemanden den du kennst mit ein paar lieben Worten auf Papier. Die meisten Menschen rechnen gar nicht mehr damit, echte Post zu erhalten.
Schreib einfach drauf los und sende heute noch einen Brief, es muss auch nicht perfekt sein. Vielleicht ein paar herbstliche Worte oder eine Einladung zum Eis essen oder Kaffee trinken. Dir fällt bestimmt etwas Tolles ein! Berichte mir gerne davon.
Herzliche Grüße und bis bald,
Sandra von MILLICAT DESIGN
